Soziale Sicherheit - viele Netze notwendig
Grundsicherung für arme Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern
ist erst in den vergangenen Jahren mehr und mehr zum Thema für die
staatliche Entwicklungszusammenarbeit geworden.
Ziel ist, den Aufbau "sozialhilfeartiger" Systeme zu unterstützen, die
vor Armut und Ausgrenzung in verschiedenen Lebenslagen schützen. Denn 80 Prozent aller Menschen weltweit sind ohne ausreichenden sozialen Schutz. Dabei würden gerade einmal zwei Prozent vom weltweiten Bruttosozialprodukt ausreichen, so die ILO, um für alle einen Basisschutz zu garantieren.
Altern in Würde - weltweit
Auch die Alterssicherung und -vorsorge kann in Entwicklungs- und
Schwellenländern heute noch nicht so funktionieren, wie es etwa in den
Industrieländern üblich ist. Häufig fehlen schlicht entsprechende
staatliche oder öffentliche Sozialverwaltungs- und Beitragssysteme, von
deren Leistungen ein Großteil oder gar die gesamte Bevölkerung
profitieren könnte. Damit Alter nicht gleich Armut bedeutet, müssen
alternative Konzepte entwickelt und durchgesetzt werden. Altersarmut ist ein weltweites Problem - auch in den Industrieländern wird vor drohender
Altersarmut gewarnt, in Teilen Europas ist sie für viele Menschen bereits Realität.
Frauen von drohender Altersarmut besonders betroffen
Frauen haben ein höheres Risiko, arm alt zu werden. Ihre Benachteiligung im Erwerbsleben wird im
sozialen Sicherungssystem
fortgeschrieben.
Denn eine ausreichende Absicherung im Alter, bei Krankheit und
Erwerbslosigkeit ist nur bei durchgehender Vollzeiterwerbstätigkeit und
bei
durchschnittlichem Einkommen gewährleistet.
Positive Ansätze umsetzen
Die UNO hat sich in ihrer Madrider Erklärung von 2002 verpflichtet, die Teilhabe älterer Menschen in ihren
Gesellschaften zu fördern und ein Altern in Sicherheit und Würde zu
ermöglichen. Das Dokument wurde von 159 Staaten unterzeichnet. Mindestrenten für SeniorInnen können dabei ein effektives Mittel sein, das auch den Familien als Ganzes zugute kommt. In der EU hat die Kommission einen Experten-Ausschuss zum Thema Altersarmut eingesetzt. Die Kommission will erreichen, dass die Rentensysteme
auch zukünftig gesichert sind. In Deutschland hat der DGB im Frühjahr 2008 ein umfangreiches
Eckpunktepapier vorgelegt, mit dem die Rente zukunfts- und armutsfest
gemacht
werden soll.
Auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) stellt sich dem Problem der Altersarmut: In
den vergangenen Jahren hat sie in verschiedenen Erklärungen Lösungsansätze
formuliert. Als Grundlage für mehr soziale Sicherheit weltweit nennt
sie etwa eine nachhaltige nationale Finanzierung des sozialen Schutzes
und einen Ausbau des Sozialen Dialogs.
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