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Prekäre Arbeit

Das Gegenteil von guter Arbeit

 

 
Sie ist das Gegenteil von guter Arbeit: prekäre Arbeit (Online-Portal des DGB zum Thema). Und sie hat viele Aspekte und Dimensionen. In den Industrieländern reichen sie von schlechter Bezahlung, die nicht zum Leben reicht, bis zu unsicheren Beschäftigungsverhältnissen wie Leiharbeit, befristeten Arbeitsverhältnissen oder "Dauerpraktika".  In den Entwicklungs- und Schwellenländern beschreibt prekäre Arbeit Tätigkeiten, die weit davon entfernt sind, westliche Standards zu erfüllen oder ein sicheres und menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Prekäre Arbeit zu verhindern oder abzubauen ist daher der Schwerpunkt vieler internationaler Konventionen und gewerkschaftlicher Aktivitäten.

Unsichere Arbeit auf dem Vormarsch

Denn unsichere und prekäre Arbeit nimmt weltweit zu - auch in den Industrienationen. In Deutschland etwa arbeiten bereits rund 15 Prozent aller ArbeitnehmerInnen in "atypischen" Beschäftigungsverhältnissen wie Leiharbeit, Teilzeit, Mini-Jobs oder Midi-Jobs. Und Niedriglöhne sind auch hierzulande längst nicht mehr nur ein Problem von Ungelernten: Über 70 Prozent aller NiedriglohnbezieherInnen haben eine Berufsausbildung oder sogar einen Hochschulabschluss. Auch ein Beschäftigungsbericht der OECD bemängelt, dass immer mehr Beschäftigte in den Mitgliedstaaten "in Jobs mit geringem Beschäftigungsschutz, geringen Löhnen und Lohnnebenleistungen und mit wenig Aufstiegsmöglichkeiten" gedrängt würden.

Jeder zweite Beschäftigte arbeitet unter prekären Bedingungen

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass weltweit rund die Hälfte aller Beschäftigten unter prekären Bedingungen arbeitet. "Vor allem in Entwicklungsländern sind viele als Selbstständige im informellen Sektor tätig und sind somit einem hohen Armutsrisiko und gefährlichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt bei gleichzeitigem Fehlen jeglicher Versicherung", heißt es bei der ILO als Resümee zum Bericht  "Globale Beschäftigungstrends 2008" - und das trotz wirtschaftlichem Aufschwung in vielen Ländern weltweit. "Das zeigt, dass Arbeitsmarktpolitik einen zentralen Platz in der Wirtschaftspolitik einnehmen muss, damit Wirtschaftswachstum niemanden ausschließt und Entwicklung auch gute, menschenwürdige Arbeitsplätze bringt", erklärt ILO-Generaldirektor Juan Somavia.

 
Ansätze vorhanden
Auch die G8-Arbeitsminister erklärten in ihrer Schlusserklärung im Mai 2007 die Festigung und Verbreiterung des Sozialschutzes zu einer der wichtigsten Aufgaben in der globalisierten Welt. Drei Themenschwerpunkte standen im Mittelpunkt ihrer dreitägigen Beratungen: Strategien für mehr und bessere Beschäftigung in den Industrieländern, Sozialschutz in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Sie fordern Programme für lebenslanges Lernen, Maßnahmen zur Chancengleichheit der Geschlechter und zur familienfreundlichen Gestaltung der Arbeitswelt. Forderungen, die sich die Gewerkschaften seit langem auf die Fahnen geschrieben haben, um gute Arbeit zu fördern und den Trend zur prekären Arbeitswelt umzudrehen.
 

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